Nigerianische Christin von Islamisten verschleppt

Bildschirmfoto 2018-09-01 um 12.37.49

Name: Leah Sharibu

Land: Nigeria

In Haft: 19. Februar 2018

Grund: Entführt von Boko Haram



Links: Schicksal & Gebet // Apellbrief



Nigerianische Christin von Islamisten verschleppt

Als „Gefangene des Monats September“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die nigerianische Christin Leah Sharibu benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die Schülerin aus Dapchi im Bundesstaat Yobe einzusetzen. 

Die mittlerweile 15-jährige Leah wurde am 19. Februar diesen Jahres nach einem Überfall auf die dortige Technische Mädchenschule zusammen mit 109 jungen Mädchen und Frauen im Alter zwischen elf und 19 Jahren verschleppt. Einige von Leahs Mitschülerinnen kamen infolge der Gewalt um. Die Entführer, Kämpfer der Islamistenmiliz Boko Haram, entließen einen Monat darauf 101 Mädchen in die Freiheit. 

Leahs Vater Nata Sharibu zufolge ist sie die Einzige unter den Opfern, die noch festgehalten wird. Er habe erfahren, dass Druck auf sie ausgeübt wurde, zum Islam überzutreten. Weil sie an ihrem christlichen Glauben festhalte, werde sie weiter gefangen gehalten. Der Fall erinnert an die Entführung der 276 Mädchen aus Chibok durch Boko Haram in der Nacht zum 15. April 2014. Fast zwei Drittel von ihnen werden noch immer vermisst. In beiden Fällen beklagen Beobachter, dass weder Polizei noch Militär versucht hätten, die Täter aufzuhalten. 

Mit einem Appell an Nigerias Präsidenten Muhammadu Buhari soll dessen Regierung aufgefordert werden, alles in ihrer Macht stehende zu tun, auf die Entführer zugunsten der Freilassung einzuwirken. 


Hintergrund

Die Feindschaft gegenüber Christen wird häufig durch extremistische islamische Lehren und deren Ausübung geschürt. Das wird durch die Tatsache verstärkt, dass der Islam die dominierende Religion im nördlichen Teil Nigerias ist, während im Süden das Christentum vorherrscht. Die Rivalität zwischen ethnischen Gruppen im Süden und Norden hat häufig Nebeneffekte, die zur Verfolgung von Christen beitragen. Besonders im nördlichen Nigeria und dem zentralen Gürtel des Landes sind extremistische bewaffnete Gruppen, wie Boko Haram und die muslimischen Hausa-Fulani Viehhirten, besonders aktiv bei der Verfolgung von Christen. Das Auftreten von Gewalt im zentralen Gürtel des Landes deutet darauf hin, dass sich die gewaltsame Verfolgung im Land südwärts ausbreitet. Weiterhin gibt es Korruption auf allen Regierungsebenen. Kriminelle Gruppen sind häufig nach ethnischen Gesichtspunkten organisiert und in Menschen- und Drogenhandel involviert; dabei kommt es auch gelegentlich zur Verfolgung von Christen.


Quelle: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte IGFM und OpenDoors


© Wir für Christen 2012