Gefangener des Monats Oktober 2013:  Bischof Su Zhimin

Name: Bischof Su Zhimin

Land: China

Alter: 82 Jahre

Situation: Seit 1997 inhaftiert

Grund: Bischof der katholischen Untergrund-kirche in China


Links: Schicksal & Gebet // Apellbrief


Hintergrund

Seit 1997 wird der 82-jährige Untergrundbischof Su Zhimin (Jahrgang1931) der Diozöse Baoding (Provinz Hebei) an einem unbekannten Ort in Haft gehalten. In dieser Zeit wurde er nur einmal, 2003, zufällig von Verwandten gesehen, als er unter Bewachung in einem Krankenhaus behandelt wurde. Der Nachrichtenagentur „Asia-News“ zufolge stellte seine Familie am 08. Oktober 2012, dem 15. Jahrestag seines „Verschwindens“, erneut eine Anfrage bei der Polizei nach seinem Verbleib und erhielt die Antwort, man wisse nicht, wo er sei. Laut „AsiaNews“ hat Bischof Su Zhimin rund 40 Jahre seines Lebens im Gefängnis oder in Arbeitslagern verbracht.

Er weigerte sich stets, der regimetreuen Patriotischen Vereinigung beizutreten, mit der die Kommunistische Partei die katholische Kirche in der Volksrepublik China zu kontrollieren und von Rom loszutrennen versucht.

Bischof Su Zhimin ist der Nachfolger von Bischof Joseph Fan Xueyan, der 1993 von der Staatspolizei zu Tode gefoltert worden war.

Zu China

Die etwa 12 Millionen Katholiken in China sind nach wie vor in einer schwierigen Situation. Das wurde erneut deutlich, als vor kurzem ein Priester der sogenannten katholischen Untergrundkirche verhaftet wurde. Zur Erläuterung: Von der Regierung in Peking akzeptiert wird nur die „Patriotische Vereinigung“, also die regimetreuen Katholiken, die sich vergleichsweise unabhängig von Rom verhalten. Pater Anton Weber vom China-Zentrum St. Augustin sagte im Münchner Kirchenradio über die Situation der romtreuen Untergrundkirche:

„Ziel der Regierung ist eben, diese Untergrundkirche aufzulösen, auszurotten ist etwas zu stark. Aber es wird alles versucht, diese aufzulösen. Das gelingt ihnen bis jetzt nicht, weil sie eben sehr schwer zu fassen sind, weil sie sich im Untergrund bewegen. Das haben Sie ja gesehen: Um vier Uhr morgens ist der Mann festgenommen worden. Und die zu bewegen, sich der offiziellen Kirche anzuschließen, ist sehr schwierig und ist bis jetzt nicht gelungen. Und der Kern der ganzen Sache ist die Un-abhängigkeit von Rom. Da können die nicht mitmachen.“

Und dennoch gibt es aktuell Hoffnungen, dass sich das Verhältnis zwischen dem Heiligen Stuhl sowie dem Regime in Peking entspannt und dass sich damit auch die Situation der Katholiken in der Untergrundkirche verbessert. Pater Weber zur Frage, wie die chinesische Regierung Papst Franziskus sieht:

„Die Reaktion der Regierung bzw. von Peking ist relativ positiv gewesen. Man hat ihm keine Fehler vorgeworfen. Auch die Amtseinführung von Papst Franziskus: Dass da der Präsident von Taiwan, der Republik of China, hingegangen ist, was früher eine sehr scharfe Reaktion hervorgerufen hätte, ist einigermaßen milde gelaufen. Deshalb hat man eine Hoffnung, dass sich doch etwas Gutes entwickelt und dass sich diese Pattsituation, die festgefahrenen Standpunkte, die jetzt da herrschen, allmählich auflösen.“



Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/08/16/china:katholische_untergrundkirche_nach_wie_vor_in_schwieriger/ted-720074

des Internetauftritts von Radio Vatikan


Dieser Textauszug stammt von der Webseite  http://de.radiovaticana.va/news/2013/08/16/china:katholische_untergrundkirche_nach_wie_vor_in_schwieriger/ted-720074 des Internetauftritts von Radio Vatikan 


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